Acht Bienenvölker leben auf dem Schulgelände. Sobald die ersten Krokusse blühen, sind die Bienen wieder im Schulgarten unterwegs – und haben in diesem Jahr in ihren Kästen bereits 160 Kilogramm Obstblütenhonig eingetragen. Überwintert haben sie vor Ort in ihren Bienenkästen.

Dort finden sie sich zu einer Traube mit der Königin in ihrer Mitte zusammen und überstehen so die kalten Temperaturen.

Bienen auf einer Wabe

Bienen sind nicht nur für das Wachstum und die Vermehrung vieler Pflanzen entscheidend, sondern gelten auch als wichtige Nutztiere. Deutschland ist Weltmeister im Honigkonsum: 1,4 Kilo verbraucht im Durchschnitt eine Person pro Jahr. Dennoch wird der Honigbedarf nur zu 20 Prozent mit deutschem Honig gedeckt, der größte Teil wird importiert aus rund 35 Ländern innerhalb und außerhalb Europas. Hauptlieferant ist seit Jahren Argentinien.

In Deutschland nimmt seit 1950 die Zahl der Honigbienenvölker stetig ab. Gefragt nach den Gründen, erläutert Manfred Oetting, der als Imker und Gartenbaulehrer an unserer Schule tätig ist: „Die starke Verarmung der Pflanzenvielfalt in der freien Landschaft sowie die moderne Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestizideinsatz sind die größten Feinde der Bienen. Durch die sich daraus ergebene Schwächung der Völker können Krankheitserreger und Parasiten zu einem Problem werden.“ Bei den Schulbienen gebe es glücklicherweise keine Verluste.

Ein Imker bei der Arbeit

Mit dem allgemeinen Rückgang der Honigbienenvölker einher geht auch der Rückgang der Imker-Tätigkeit. „Seit vielen Jahren passt es nicht mehr zu unserer schnelllebigen Zeit, sich mit so einem arbeitsaufwändigen Hobby zu beschäftigen“, sagt Oetting. „Berufsimker gibt es wegen der geringen Rentabilität der Bienenhaltung sowieso kaum noch.“ Allerdings  ist in den letzten Jahren eine neue Entwicklung der Stadtimkerei entstanden, da dort eine größere Blütenvielfalt anzutreffen ist. Auch davon profitieren die Schulbienen. Ihr Flugradius liegt zwischen einem und drei Kilometern. „So sind sie auch über den Schulgarten hinaus für das Bestäuben vieler Blüten von großer Bedeutung. Da wir uns jedoch seit Jahren um eine vermehrte Fülle und Vielfalt von Blütenpflanzen auf unserem Gelände bemühen, gehe ich davon aus, dass ihr Hauptsammelgebiet das Schulgelände ist“, so Manfred Oetting.

Lesen Sie dazu eine Pressemitteilung des Bundes der Freien Waldorfschulen

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