Ein Feriencamp für Straßenkinder in Estland

Seit 10 Jahren helfen Oberstufenschüler unserer Schule in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Peeteli in Tallinn beim Aufbau eines Sozialcamps auf der größten estnischen Insel Saaremaa. Es ist für Straßen- und Heimkinder gedacht, die nicht bei ihren Eltern leben und in den Ferien keine Pflegefamilien finden, erklärt Projektbetreuer Wolfgang Kelwing. Diese Kinder können in dem Sommerlager in Zukunft betreut ihre Ferien verbringen. Dafür werden in einem Waldstück zwei Holzhäuser mit Schlaf- und Aufenthaltsräumen, ein Küchenhaus, ein Waschhaus mit Sauna, ein paar Plumpsklos und ein Volleyballfeld errichtet, alles Marke Eigenbau.

Vom ersten Spatenstich bis zur Inneneinrichtung machen die Schüler der Freien Waldorfschule Maschsee, die Straßenkinder und ihre Betreuer alles selbst. Es wird gehämmert und gezimmert, Holz zersägt, verarbeitet, verschraubt, Dächer gedeckt, Fenster und Türen eingepasst, Strom gelegt. Auf der Baustelle herrschen gute Stimmung und lustiges Sprachengewirr. Die Hannoveraner schlagen sich mit Englisch und Russisch durch, die Esten sprechen Estnisch oder Russisch, der Rest geht mit Zeichensprache, „wenn man will, klappt es immer", sagen sie.

Ferienarbeit

Die Waldorfschüler fahren regelmäßig in den Oster- und Sommerferien auf die Insel, die immerhin 1.800 Kilometer von Hannover entfernt liegt. Die Mehrarbeit neben der Schule macht ihnen nichts aus. Das Abenteuer in dem fremden Land reizt sie, außerdem machen sie wichtige persönliche Erfahrungen. "Die Arbeit ist ja freiwillig, wir können aktiv helfen, das Miteinander macht Spaß, und wir merken dort erst einmal, wie gut es uns hier zuhause geht", meint Charlotte Drefs. Der Erfolg des sozialen Projekts trägt jetzt Früchte. 2 Wohnhäuser sind bezugsfertig und wurden schon von den Straßenkindern für mehrwöchige Aufenthalte im Sommer genutzt. Das macht alle stolz.

Finanzen

Mit der handwerklichen Arbeit vor Ort ist es aber nicht getan. Zusätzlich müssen Material-, Reise- und Betreuungskosten erwirtschaftet werden. Deshalb setzen sich die Schüler das ganze Jahr über für „Elagu Elu" ein. Sie bieten Dienstleistungen an, um Geld einzuwerben. Zum Beispiel verrichten sie Gartenarbeit oder machen Umzüge oder Entrümpelungsaktionen mit ihrem großen grünen LKW, alles zusätzlich zum Schulunterricht. Schon 20.000 Euro sind so über die Jahre zusammengekommen, berichtet Wolfgang Kelwing. Er ist Lehrer und betreut das Projekt an der Schule gemeinsam mit Henning Stricks. Geholfen hat außerdem eine dicke Finanzspritze. Neben anderen Sponsoren hat die Ikeastiftung das Feriencamp mit 30.000 Euro unterstützt. Aber noch ist der letzte Balken nicht verschraubt und eine Menge Geld nötig, damit das Sozialcamp den Straßenkindern auch langfristig eine Perspektive bietet.

Wer spenden will oder Dienstleistungen der Schüler für den guten Zweck in Anspruch nehmen möchte, findet hier Ansprechpartner:

Wolfgang Kelwing und Henning Stricks
 Tel.: +49173-2405210

Mehr Informationen auf der Website des Projekts: www.elagu-elu.de

Zusätzliche Informationen