Der September und Oktober steht an unserer Schule ganz im Zeichen von Michaeli. Für die Monatsfeier werden besondere Höhepunkte vorbereitet, wie der traditionelle Schwertertanz der Wandergruppe. In der Schmiede glüht das Eisen im Feuer. Es ist Herbst- und Erntezeit, die Tage werden kürzer. Wir bereiten uns auf den Winter vor.

Die Bedeutung des Michaelifestes

Nicht zufällig steht das Fest des Heiligen Michael am Beginn der dunklen Jahreszeit. Zusammen mit den Festen des Heiligen Martin am 11. November und des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember bildet das Michaelifest eine Dreiheit, die uns auf Weihnachten zuführt. Der Heilige Michael steht hierbei für den Mut, der Heilige Martin für das Mitgefühl und der Heilige Nikolaus für das Gewissen. Drei Feiertage also, die aufeinander folgen und die, beginnend mit dem mutigen Tun, über das brüderliche Mitfühlen, bis zum gewissenhaften Denken, Licht in die Dunkelheit tragen und uns auf Weihnachten vorbereiten.

St.MIchaelDas Fest fällt in die Zeit, in der die Natur sich zurückzieht und uns Samen und Früchte hinterlässt. Wir nehmen Abschied von der sommerlichen Fülle an Licht, Wärme und Sinneseindrücken, die uns die Natur geboten hat. Im Herbst brauchten unsere Vorfahren das Vertrauen und den Mut, daran zu glauben, dass das Absterben der Natur nur vorübergehend und ein Wiedererwachen im Frühling möglich ist. Mit dem Herbst begann und beginnt die Zeit der inneren Einkehr, der Blick richtet sich von außen nach innen. Elektrisches Licht und Heizung sind ein Segen, aber innere Wärme und inneres Licht müssen wir uns selbst schaffen. Dazu gehört auch der Mut, den das Michaelifest uns vermitteln kann.

 

Die Geschichte vom Erzengel Michael

Der Legende nach wollte Satanael Gott gleich werden. Daher befahl Gott dem Engel Micha, Satanael und dessen böse Scharen vom Himmel zu stürzen. Mit Hilfe des Zepters Gottes kämpfte Micha und wurde schließlich als Erzengel Michael zum Anführer der himmlischen Heerscharen. Manche Legenden sehen in den Sternschnuppen, die vermehrt in den Wochen vor Michaeli fallen, auch die Funken des Schwertes des Heiligen Michael.

Der Erzengel Michael hilft dem Menschen, den Mut zu haben, mit sich ins Reine zu kommen und sinnbildlich mit dem Schwert Klares von Unklarem zu scheiden. Er fordert uns auf, eigene Unzulänglichkeiten zu erkennen und unsere guten Kräfte zu wecken. Dieser Mut zum inneren Kampf und das Ringen um Klarheit finden ihre Entsprechung in der Geschichte vom Ritter Georg, der gegen den Drachen kämpft.

Die Geschichte von St. Michael und dem Ritter Georg

Der Erzengel Michael suchte einen Helfer auf der Erde, der seine Botschaft verbreiten sollte und so trat er an Ritter Georg heran und forderte ihn dazu auf. Der erwählte Ritter Georg sprach: „Ja, das will ich". Er bekam vom Heiligen Michael Helm, Schild und Schwert und zog aus. Bald kam er an ein Schloss, in dem eine schöne Prinzessin lebte, die von einem bösen Drachen gefangen wurde. Mit Michaels Kraft kämpfte er gegen den Drachen, besiegte ihn und befreite die Prinzessin.

Kinder werden durch die Geschichte vom mutigen Ritter Georg angesprochen, der furchtlos gegen einen gefährlichen Drachen angeht. Die Erzählung lebt in ihnen auf und sie wollen die Handlung nachspielen. Sie lernen dabei bildhaft, dass sie selbst Stärke und Mut besitzen und dass sie handeln können.

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