„Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Frauen und Männer bloße Spieler“. Shakespeares berühmte Komödie um Liebe und Verwechslungslust hat sich die 8a ausgesucht für ihr erstes Klassenspiel auf großer Bühne. Mehrere Wochen haben die Schüler ihre Texte geprobt, am Bühnenbild gezimmert und gemalt, den Kostümfundus der Schule durchstöbert und mit kleiner Kammerorchesterbesetzung für die musikalischen Zwischenspiele geübt.

Die Aufführungen der Klassenspiele sind für die Schüler und Schülerinnen jedesmal ein besonderes Highlight ihrer Schulzeit. Gespielt wird in unserer Aula, dem Kurt-Lehmann-Saal. Der ist übrigens in Hannover unter Musikern und Theaterleuten für seine besonders gute Akustik bekannt!

Theater gehört dazu

Klassenspiele sind Teil des pädagogischen Konzepts unserer Schule. Jeder Schüler bringt in der 8. und 12. Klasse ein Theaterstück zur öffentlichen Aufführung. Die Klassen setzen sich dabei gemeinsam mit einem Theaterprojekt auseinander. Die Schüler wählen die Stücke selbst aus und führen sie dann in zwei Besetzungen öffentlich auf. So bekommen alle die Gelegenheit, eine oder mehrere Rollen zu spielen.

Der persönliche künstlerische Umgang mit einem Werk bietet beim Theaterspielen tiefergehende Möglichkeiten als die rein intellektuelle Auseinandersetzung mit Literatur im Unterricht. Die Jugendlichen müssen ihre Rollen erarbeiten und gemeinsam Szenen entwickeln, also Texte lernen, Charaktere finden, sich darstellen, zusammen auftreten, Kritik üben und aushalten. Die intensive Arbeit an so einem Projekt schärft soziale Kompetenzen.

Vorhang auf nach intensiver Probenzeit

Nach wochenlangen Proben haben sich alle auf die Akustik und die Größe der Aula eingestellt und stehen nun vor der Herausforderung, das Publikum in ihr Spiel mit einzubeziehen und mit ihrer Darbietung über die Rampe zu kommen. Ob der Funke zum Publikum überspringt, das hat auch etwas mit ihrem Schauspiel, ihrer Mimik, Gestik, ihren Bewegungen und ihrer Ausdrucksfähigkeit zu tun. Deshalb ist es schön, wenn die Schüler sich selbst ein wenig vergessen. ‚Wissen lähmt die Beine’, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Es ist gut, wenn der Kopf ein Stück weit ausgeschaltet ist.

Bühnenbild und Kostüme

Das Bühnenbild entwerfen und bauen die Schüler selbst. Wie in einer Theaterwerkstatt riecht es in dieser Zeit nach Farbe und Holz. Die Schüler leimen und streichen und zimmern, bis alle Kulissenteile in Form sind. Bei allen Arbeiten wird die Klasse von ihren Klassenbetreuern und Fachlehrern unterstützt. Die Kostüme werden eigens von den Handarbeitslehrerinnen in liebevoller Detailarbeit angefertigt. Eine ansehnliche Grundausstattung an Hüten, Schuhen und Kleidern in allen Größen findet sich dazu auch in der Kostümkammer. Ball- Bauern- oder Brautkleider beinahe aus jedem Jahrhundert und aus aller Herren Länder, und zu jedem der passende Hut. Kardinal, chinesische Hofdame und sogar Dinosaurier: die schuleigene Kostümkammer erfüllt fast jeden Wunsch. Für die Schüler ist die Arbeit am Kostüm enorm wichtig. Die Verkleidung macht es ihnen oft erst möglich in die Rolle zu schlüpfen, sie wirklich zu spielen.

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